Startpage als Suchmaschine nutzen

Startpage ist derzeit in aller Munde. Die Suchmaschine wird von Datenschützern in den höchsten Tönen gelobt.  Nach eigenen Angaben speichert der Anbieter weder IP-Adressen, noch erstellt er eine Historie. Außerdem werden auch nicht heimlich Cookies zur Identifizierung verwendet oder Daten an Dritte weitergegeben. Und die Qualität der Suchergebnisse? Startpage bedient sich der Google-Suche. Im Prinzip handelt es sich also um Google, nur mit ordentlichem Datenschutz. Das erklärt auch, weshalb Startpage das Europäische Datenschutzsiegel des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) in Schleswig-Holstein erhielt.

In den vergangenen Monaten versuchte ich daher, in meinem Surfverhalten die Google-Suche durch Startpage zu ersetzen. Das klappte auch relativ gut. Mit meinem Firefox-Browser nutze ich in der Suchleiste das Plugin für Startpage (deutsch, SSL-Verschlüsselung). Allerdings wirkte sich das nicht auf Suchanfragen aus, die man über das Adressfeld eingibt. Denn dort eingegebene Suchen oder falsch geschriebene Internetadressen führen unweigerlich zu einer Suchanfrage bei Google. Nach einer kurzen Startpage-Recherche wurde ich fündig.

Wer im Adressfeld seines Firefox-Browsers “about:config” eingibt und den ersten Warnhinweis ignoriert, erhält über eine Auflistung von Einstellungen die Möglichkeiten chirurgische Veränderungen an seinem Browser vorzunehmen. So auch am Parameter “keyword.URL”, der mit einer alternativen Suchmaschine befüttert werden kann. Gibt man dort wie von Startpage empfohlen “https://startpage.com/do/search” ein, führen die über das Adressfeld gemachten Suchanfragen zu keinem Ergebnis und man wird lediglich auf die Starteseite der Suchmaschine geleitet. Nach ein paar Versuchen gelang es mir dann aber doch. Der Wert für “keyword.URL” muss in “https://startpage.com/do/search?q=” geändert werden. Und siehe da: die Adressleiste des Firefox-Browsers ist nun für Suchanfragen empfänglich. Unschön ist hierbei jedoch, dass man dann über die Adressfeld-Suche automatisch auf der englischsprachigen Ausgabe von Startpage landet.

[UPDATE 18.03.2012 16:15]
Für das Problem, dass über die Adresszeile keine deutschsprachige Startpage-Suchanfrage gestellt werden könne, schafft der Kommentar von Mister Anonym Abhilfe: anstelle des von mir vorgeschlagenen Wertes muss man den Paramater keyword.URL auf https://startpage.com/do/search?lui=deutsch&l=deutsch&q= setzen. Danke für den Hinweis!
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IP-Adressen beim Kabelanbieter

Vorab: ich benutze Mozilla Firefox mit den Plugins “Better Privacy” und “Google Analytics deaktivieren“. Durch meine individuelle Chronikeinstellungen werden beim Schließen des Browsers alle angesammelten Nutzerdaten, insbesondere Cookies und LSO-Cookies, gelöscht. Damit wähnte ich mich auf der sicheren Seite – bisher.

Als ich heute YouTube aufrief, wurden mir sehr spezielle Videos als Empfehlungen auf der Startseite angezeigt, die mit Blick auf Titel und Inhalte eng mit YouTube-Videos zusammen hängen, welche ich vor einigen Wochen mit meinem YouTube-Konto anklickte. Das ist soweit nicht verwunderlich. Stutzig wurde ich erst als mir bewusst wurde, dass ich in diesem Moment gar nicht bei YouTube angemeldet war und trotzdem diese Empfehlungen erhielt.

Es konnte schliesslich kein Zufall sein, dass ich Musikvideos eines vergleichsweise unbekannten Rappers, Tech-Beiträge von kleineren Internetdiensten und das ZDF-Programm zeitgleich empfohlen bekam.

Mein erster Gedanke war: YouTube, respektive Google, wusste, dass ich es war, der hier auf der Startseite von YouTube landete. Also überprüfte ich sicherheitshalber meine geladenen Cookies. Wie erwartet waren keine alten Cookies geladen, da diese ja immer dann gelöscht werden, wenn ich meinen Browser schließe. Andere mögliche Ursachen: Mein Router? Nein. Mein Notebook? Nein. Mein Kabelmodem? Nach einer kurzen Google-Suche wurde ich dann endlich fündig.

Ich verwende das Cisco EPC3208, welches mir von meinem Kabelanbieter Unitymedia bereit gestellt wurde. Dieses ist im lokalen Netzwerk unter 192.168.100.1 (User: “admin”, Password: “atlanta”) zu erreichen. Ich benutze für den W-Lan-Zugang eine Fritzbox 7270 v3, deren DHCP-Funktion deaktiviert werden muss. Andernfalls kann sie nicht als Accesspoint am Cisco-Kabelmodem betrieben werden.

In verschiedenen Foren wurde ich auf Beiträge aufmerksam, die von der Vergabe von IP-Adressen für Unitymedia-Kunden handelten. Inzwischen weiß ich, dass ich seit über zwei Wochen mit der selben IP-Adresse online bin -trotz verschiedener Restarts des Kabelmodems. Für mich liegt es deshalb sehr nahe, dass YouTube mich allein an meiner IP-Adresse wieder erkannt hat und mir diese personalisierten Video-Empfehlungen anbieten konnte, obwohl keine Cookies geladen waren.

Somit werden meine Anonymisierungsversuche, welche ich mit dem Einsatz von Better Privacy und dem Anti-Analytics-Plugin verfolge, von meinem Internetanbieter torpediert. Warum? Ich weiss es nicht. Unitymedia sollte es seinen Kunden unverzüglich ermöglichen, die IP-Adresse manuell erneuern zu lassen. Dies war bei meinem voherigen DSL-Anbieter möglich. Ein kurzer Neustart des DSL-Router und schon hatte ich eine andere IP-Adresse. Ohnehin wurde nachts die Internetverbindung kurz gekappt, sodass auch ohne Zutun des Anwenders eine neue IP-Adresse vergeben wurde.

In verschiedenen Konstellationen von Nutzerverhalten und Internetangeboten kann die unterstellte IP-Politik von Unitymedia zu einem starken Einschnitt, wenn nicht gar zum Verlust des Datenschutzes führen. Ein kleines Beispiel: man stelle sich vor, dass Werbeanbieter wie Google Adsense Daten über den Nutzer und sein Surfverhalten allein anhand der IP-Adresse über einen langen Zeitraum hinweg sammeln und hierdurch sozusagen ein digitales Bewegungsprofil erstellen können. Wenn dann bei Google-Angeboten wie Google+ zusätzlich personenbezogene Daten durch den Nutzer selbst angegeben werden, ist das Nutzungsprofil komplett und der Nutzer ist weitestgehend durchleuchtet. Dass dieses Profil durch die neuen Nutzungsbedingungen und die neue Datenschutzerklärung noch präzisiert wird soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Ähnlich verhält es sich mit den auf vielen Internetseiten integrierten Buttons der Sozialen Netzwerke, welche beispielsweise zum Empfehlen von Internetseiten in der eigenen Timeline verwendet werden.

Sollte meine Annahme stimmen, dass die IP-Adresse der Knackpunkt ist, kann ich über Unitymedia in diesem Punkt nur den Kopf schütteln.

Gertrud Löns – Bürgerpreis für ihr Lebenswerk

Gertrud Löns kenne ich seit vielen Jahren. Ich freue mich, dass Ihr mit der Verleihung des Bürgerpreises für ihr Lebenswerk auch politische Anerkennung gezollt wird.

Umzug und neues Design

Nach vielen zufriedenen Jahren beim Webhoster one.com habe ich nun doch meine Domain www.Nazim-Kenan.de samt Speicherplatz zu einem bereits bestehenden Konto bei Hosteurope.de transferiert. Entscheidend waren für mich die folgenden zwei Punkte: zum einen ermöglicht mein neuer Anbieter eine TLS-Verschlüsselung des E-Mail-Verkehrs und zum anderen ist der Kundenservice noch besser zu erreichen.

Meine E-Mails konnte ich bei meinem alten Hoster leider nur ohne Verschlüsselung übertragen und für Servicegespräche musste ich einen Online-Chat, der zeitweise nur englischsprachig war, nutzen. Dort wurde mir zwar von kompetenten und freundlichen Servicemitarbeitern geholfen, doch beim neuen Anbieter kann ich eine kostenlose 24-Stunden-Hotline in Anspruch nehmen. Mit dieser konnte ich in den vergangenen Tagen bereits gute Erfahrungen machen.

Leider hatte ich einige Schwierigkeiten mit dem Umzug der alten Datenbank. Daher musste ich manuell arbeiten und sortierte bei der Gelegenheit auch gleich alte Blog-Einträge aus, die sich hier nun nicht mehr wiederfinden.

In den nächsten Tagen werden noch weitere Änderungen einfließen. Für Anregungen oder Ideen wäre ich sehr dankbar: Kontakt