Neuer Vorstand der AS Frankfurt

Am Sonntag fand die Mitgliederversammlung der Alevitischen Studierenden zu Frankfurt am Main statt. Als Gründungsmitglied und noch amtierender stellvertretender Vorsitzender durfte ich dort nicht fehlen. Eine besondere Art der Aussprache und des Rückblicks auf das vergangene Jahr fand bereits zwei Wochen zuvor in den Räumlichkeiten der Alevitischen Gemeinde Frankfurt e.V. statt.

Nazim steht jetzt mit leeren Händen da

Wie in der großen Politik üblich, stellte ich mein Amt “zur Verfügung”. Zum einen weil ich in den letzten Monaten aus zeitlichen Gründen nicht mehr in dem Umfang mitarbeiten konnte wie es eigentlich notwendig gewesen wäre (Achtung: Selbstkritik!). Andererseits weil ich anderen Mitgliedern die Möglichkeit bieten wollte, frischen Wind in unseren kleinen Verein zu bringen. Ich möchte gerne weiterhin mitwirken, selbst ohne Pöstchen oder Amt. Ich bin gespannt, wie sich unsere illustre Truppe entwickeln wird. Unser neuer Vorsitzender heisst Serdar Dogan, Sozialarbeiter und ist im Gegensatz zu mir religiöser Alevite. Er trug gute Ideen zur zukünftigen Arbeitsweise vor. So möchte er die Aufgabenverteilung verbessern und die Zuständigkeiten geklärt wissen. Hintergrund dieser Überlegung ist, dass einzelne unseres Vorstandes im Vergleich zu anderen mehr Aufgaben zu bewältigen hatten und insgesamt dabei auch engagierter waren. Doch gerade im Ehrenamt sind eine faire Verteilung der Arbeit und Verantwortung geboten.

Persönlicher Rückblick

Ein wenig gedrückt war ich schon. Immerhin gehörte ich zu den Mitgliedern der ersten Stunde und trieb mit anderen die Entwicklung unserer Mannschaft voran. Besonders erfreulich war der Umstand, dass ich mich mit allen gut verstand und Eitelkeiten bei uns keine Rolle spielten. Man traf sich als junge Aleviten um irgend etwas zu bewegen. Was wir genau bewegen wollen, wissen wir -so meine ich- aber bis heute noch nicht genau. Das ist auch gar nicht mal so schlimm. Denn während wir nach dem tieferen Sinn unseres Strebens forschten, stellten wir auch einiges auf die Beine. Das Paradebeispiel unseres bisherigen Engagements ist der Gedichteabend, den wir für die Mitglieder der Alevitischen Gemeinde organisierten. Zeitweise fand auch eine von uns getragene Hausaufgabenhilfe statt, diese musste dann leider wegen mangelnder Nachfrage wieder eingestellt werden. Weiterhin halfen viele unserer Vorstandsmitglieder bei Veranstaltungen der Gemeinde aus.

Das Höchste waren immer noch unsere Sitzungen. Die Tagesordnung wurde ab und an gerne mal bei Seite geschoben, um fern ab von irgend welchen Formalien frei diskutieren zu können. Freie Seelen sind die Aleviten,  ob’s einem passt oder nicht!  Besonders imponiert hat mir an den anderen, dass in meinen Augen jeder die nötige Reife besaß, in unwichtigen Punkten zu streiten, wobei in wichtigen Fragen jeder fast die gleiche Antwort parat hatte. Eine Art Seelenverwandtschaft sozusagen.

Als nächste Punkte stehen an, sofern ich es richtig in Erinnerung habe, eine eigene Internetseite, bessere PR und insgesamt einen intensiveren Dialog mit anderen Mitgliedern der Gemeinde. Ich bin guter Dinge, dass das auch alles klappt.

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